Transformation braucht Orte – und Strukturen, die Zusammenarbeit dauerhaft ermöglichen

Im Forschungsprojekt ARTCOM entstand deshalb das Konzept des Transfer-Campus: ein organisatorischer und methodischer Rahmen, der Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft in gemeinsamen Transformationsprozessen zusammenführt.

Ausgangspunkt war die Idee, eine Plattform für inter- und transdisziplinären Wissenstransfer zu entwickeln. Im Verlauf des Projekts zeigte sich jedoch, dass wirksamer Transfer nicht durch eine zentrale Institution entsteht, sondern dort, wo Menschen gemeinsam an konkreten Orten und realen Herausforderungen arbeiten. Aus dieser Erkenntnis entwickelte sich der Transfer-Campus von einer räumlichen Vision zu einem übertragbaren Konzept, das unterschiedliche Akteurinnen und Akteure, Orte und Projekte miteinander verbindet.

Im Zentrum stehen reale Transformationsorte – etwa die Kulturgrube auf dem Campus der Hochschule Karlsruhe oder das historische Pumphaus im Karlsruher Rheinhafen. Sie dienen als Reallabore, in denen neue Formen des Wissens- und Technologietransfers gemeinsam erprobt werden. Hier entstehen neue Perspektiven auf bestehende Infrastrukturen, werden Zukunftsbilder entwickelt und gemeinsam tragfähige Nutzungskonzepte erarbeitet.

Grundlage des Transfer-Campus bildet das im Projekt entwickelte ARTCOM-Stufenmodell mit seinen aufeinander abgestimmten Formaten und Methoden. Sie schaffen einen strukturierten Prozess, in dem unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden, gemeinsames Wissen entsteht und Ideen schrittweise in konkrete Handlungsoptionen überführt werden. Der Transfer-Campus versteht Transfer dabei nicht als einmalige Weitergabe von Wissen, sondern als kooperativen Lern- und Gestaltungsprozess, in dem wissenschaftliche Erkenntnisse, künstlerische Praktiken und praktische Erfahrungen gleichberechtigt zusammenwirken.

Ein wesentliches Ergebnis des Projekts ist die Erkenntnis, dass nachhaltige Transformation langfristige Kooperationen benötigt. Deshalb versteht sich der Transfer-Campus nicht als abgeschlossenes Projekt, sondern als offenes Netzwerk und Entwicklungsraum. Er bietet eine Grundlage dafür, auch künftig Forschungsprojekte, Kommunen, Unternehmen, Kulturinstitutionen und zivilgesellschaftliche Initiativen miteinander zu verknüpfen und gemeinsam an den Herausforderungen einer nachhaltigen Transformation zu arbeiten.

Gleichzeitig konnte im Projekt bereits ein erster konkreter Entwicklungsschritt für einen Transfer-Campus angestoßen werden. Gemeinsam mit der Hochschule Karlsruhe entstand die Perspektive, die Kulturgrube als langfristigen Ort für transdisziplinären Wissenstransfer weiterzuentwickeln. Die im Projekt entwickelten Nutzungsideen, Kooperationsstrukturen und methodischen Ansätze bilden hierfür eine tragfähige Grundlage. Damit wurde aus der ursprünglichen Idee einer Transferplattform ein konkretes Entwicklungskonzept, das über die Projektlaufzeit hinaus gemeinsam mit den beteiligten Partnerinnen und Partnern weiterverfolgt werden soll.

Mit dem Abschluss von ARTCOM endet der Transfer-Campus daher nicht. Vielmehr bildet das im Projekt entwickelte Konzept die Grundlage für seine Verstetigung und Weiterentwicklung. Der Transfer-Campus soll künftig Forschung, Lehre und Praxis dauerhaft miteinander verbinden und neue Formate des transdisziplinären Austauschs ermöglichen. Dazu gehören die Weiterentwicklung der Kulturgrube als zukünftiger Transferort, die Integration der entwickelten Methoden in die Hochschullehre, die Durchführung neuer Transferformate – etwa Summer Schools, Workshops oder Reallabore – sowie die Entwicklung weiterer gemeinsamer Forschungs- und Transferprojekte. Die im Projekt aufgebauten Kooperationen, Methoden und Erfahrungen schaffen damit einen dauerhaften organisatorischen Rahmen für Wissenstransfer und gesellschaftliche Transformation.

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Ein Grundstein, handgeschlagene Mainsandstein mit Inschrift, von Hannah Cooke